Kaufberatung

Der Zustand
Der Ascona als Gebrauchter ist ziemlich heikel. Immerhin sind die Jüngsten auch schon 21 Jahre alt.
Worauf man penibel achten sollte: Rost. Neben den offensichtlichen Stellen Radlauf hinten und Schweller, rostet der Ascona auch gern am Unterboden, was spätestens beim TÜV erhebliche Sorgenfalten produziert.
Sehr beliebt beim Rost sind die hinteren Längsträger ab Federaufnahme oben bis unter den Kofferraum. Durch den werkseitigen Bestrich mit Unterbodenschutz fallen Rostlöcher erst auf, wenn es zu spät ist. Ein Klopftest mit Hammer oder Schraubenzieher und viel Licht kann aber einen raschen Zustandsbericht bringen. Wenn sich größere Stücke ablösen und große Löcher auftun, dann sollte man
die Finger von dem Ascona lassen, der eignet sich eigentlich nur zum ausschlachten. Problematisch ist die Tatsache, dass der Rost immer nur von innen nach außen arbeitet. Ein Endoskop wäre hilfreich. Aber wer hat das schon...???

Selbst wer gut schweißen kann, wird mit einem solchen Schaden sicherlich nicht glücklich werden, da der Austausch einen erheblichen Aufwand macht, der im Verhältnis zum Auto nicht wirklich lohnt. Außerdem sollte man nicht außer Acht lassen, dass der Rost relativ spät an dieser Stelle zum Ausbruch kommt und meist schon vorher woanders stark gewütet hat. Wer sich dennoch an diese Arbeit machen will sollte sich erstmal beim Opelhändler informieren, ob der Längsträger als Neuteil noch zu haben ist.
Sofern der Längsträger nicht komplett verrostet ist, kann man ihn möglicherweise partiell austauschen. Dazu empfiehlt sich ein massiver U-Stahl, der entsprechend
angepasst wird. Allerdings sollte man sich vorher mit einem TÜV Prüfer absprechen, da der Längsträger ein tragendes Bauteil ist und es möglicherweise dementsprechende Auflagen dazu gibt.
Des weiteren sollte auch eine frische Hauptuntersuchung nicht über die Gefahr dieses Rostnestes hinwegtäuschen. Es reichen 2 Jahre, um den Längsträger ausreichend zu zerstören und damit eine neue Hauptuntersuchung scheitern zu lassen.

Ein weiteres Rostnest befindet sich im Bereich der Wasserabläufe im Kofferraum. Bei fehlenden Schmutzfängern wird immer wieder Wasser und Schmutz in diesen Bereich geschleudert. Da es zusätzlich die tiefsten Stellen im Kofferraum sind und an den Kofferraumaußenwänden sich vermehrt Kondenswasser bildet, welches sich dann am Wasserablauf sammelt, ist der Rost auch stark am wüten. Möglicherweise gab es ab Werk Gummistopfen für diese Löcher, jedoch fehlen die in der Regel.

Rost am Radlauf ist bei vielen Ascona C Modellen das erste sichtbare Zeichen für weitere Schäden.

Auch im Heckbereich und den sog. „Endspitzen“ nistet sich gut sichtbar Rost ein.

Bei Modellen mit schwarzen, unteren Heckspoiler (GT Modelljahr 1987, GT/Sport Modelljahr 1988, GLS - Exklusiv) kann sich am Heckabschlussblech noch weitaus mehr Rost verbergen, da sich an dieser Verspoilerung der Dreck schön sammeln kann. Ein Blick hinter den Spoiler ist auf jeden Fall ratsam.

Bei GLS - Exklusiv Modellen und GT, GT/Sport Modellen ab Modelljahr 1987 kann der Rost etwas stärker im Verborgenen wüten, da diese Modelle mit einer Seitenschweller Verkleidung ausgerüstet sind. Gefährlich wird es erst recht, wenn der Vorbesitzer diese Seitenschwellerverkleidung nachgerüstet hat, und nicht fachgerecht gearbeitet hat. Gerade bei solchen Sachen sollte man vermehrt auf Rostansatz am Schweller achten. Das gleiche gilt für die Sprint Modelle von Irmscher.

Einen besonderen Blick sind auch immer die Türen wert. Diese rosten gerade beim 2-Türer sehr gerne an der Unterkante (das gilt auch für das Cabrio). Ersatz dürfte langfristig immer schwerer zu beschaffen sein.

Auch das Schiebedach ist einen genauen Blick wert. Siehe Bild.

Weiterhin befinden sich die Wasserabläufe hinter den Lüftungsgittern der C-Säule. Diese sind nur gesteckt und können abgenommen werden zur Kontrolle. Für Besitzer eines Ascona C mit Schiebedach: Öfter mal die Wasserabläufe oben am Schiebedach überprüfen und sauber halten.

Weitere Roststellen können sich an den Scheibenrahmen befinden. Sofern es dort nur zu oberflächlichen Rost gekommen ist, sollte man über eine alsbaldige Reparatur nachdenken. Da die Asconascheiben nicht geklebt sind, ist das eigentlich kein Problem.
Weiterhin sollte man auf Übergänge der Seitenwände an den Rest der Karosserie achten. Das fällt schon bei den Seitenschwellern der 2-Türer auf und geht bei den hinteren Seitenwänden weiter, wenn diese im Bereich des Kofferraums mit dem Rest der Karosserie verbunden werden. Dort kann es bei einer unsachgemäßen Reparatur zu Korrosion, speziell an der linken und rechten äußeren Ecke des Kofferraums an der C-Säule,
kommen.
Eine genaue Kontrolle sollte auch der Unterboden über sich ergehen lassen, dort kann es zu großflächigen Durchrostungen kommen.
Die CC Fliessheckmodelle dürften einen besonderen Schwachpunkt im Bereich der Heckklappe haben. Sonstige Mängel und Fehler sollten eins zu eins vom Stufenheck übertragen werden.
Bei den Cabrio Modellen gibt es möglicherweise noch mehr Schwachpunkte, ich hoffe, daß ich diese zu einem späteren Zeitpunkt noch darstellen kann.
Werkseitige Produktionsfehler, wie zum Beispiel eingelaufene Nockenwellen, sollten in der Zwischenzeit keine Rolle mehr spielen, da die natürliche Auslese diese Fehler schon beseitigt haben dürfte.

Marktbeschaffenheit
Im Augenblick scheinen die Ascona der C - Baureihe langsam wieder im Preis zu steigen. Gerade auch topgepflegte Exemplare haben in der letzten Zeit einen großen Preissprung hingelegt. Dazu kommt, daß die ersten Modelljahre jetzt mit einem H-Kennzeichen betrieben werden können. Die Preise sind in diesem Bereich geradezu explodiert. Ob letztlich der aufgerufene Preis aber auch im Handel erzielt werden kann, das steht auf einem anderen Blatt...

 

Die Preise beginnen bei kostenlos, für TÜV und AU lose Modelle mit diversen Schäden, und gehen bis zu 5000 Euro und mehr für sehr gut hergerichtete oder umgebaute Modelle. Dazwischen ist alles zu haben.
Cabriolets liegen traditionell höher und beginnen um die 2000 Euro. Ein Unterschied zwischen 2- und 4-Türern ist nicht feststellbar, dies könnte sich aber bald ändern, da 2-Türer generell weniger auf dem Markt sind.

Fliessheck Modelle sind auch seltener, aber noch in ausreichender Zahl verfügbar. Der Ascona Kombi spielt in Deutschland gar keine Rolle.


Empfehlenswert sind die Modelle ab Modelljahr 1985 welche mit einem G-Kat ausgerüstet sind. In Frage kommen folgende Typen: C18NE / 1.8i (85-86), C16NZ/LZ / 1.6i (87-88), C20NE / 2.0i (87-88).

 

Zunehmendes Interesse und damit ansteigende Preise haben in letzter Zeit die Ascona C Modelle der ersten Baureihe zu verzeichnen. Durch billigen Unterhalt und den niedrigen Kaufpreis rücken gerade diese Ascona in den Fokus von Youngtimer Interessierten.

Erstaunlicherweise gibt es hier viele Angebote aus den mittleren Ausstattungsstufen, während das Grundmodell und der CD kaum  im Angebot sind.

Langsam rar werden Ascona der zweiten Baureihe, die sich zu dem noch durch einen besseren Korrosionsschutz auszeichnen. Sofern diese angeboten werden, handelt es sich meist um LS oder GL Varianten, manchmal auch GT oder GT/Sport Modelle. GLS oder CD Versionen sind nur nach intensiver Suche erhältlich.

Momentan noch entspannt kann man das Angebot der dritten Ascona C Variante betrachten. Hier gibt es vom nackten LS Grundmodell bis zum komplett ausgestatteten GLS noch alle Varianten in ausreichender Anzahl. GL und Touring Modelle scheinen hier die Mehrzahl der angebotenen Fahrzeuge auszumachen, allerdings dicht gefolgt von den GLS und GT Modelle in allen Variationen.

Keine Rolle auf dem Gebrauchtwagenmarkt spielt der Ascona C Irmscher Sprint.

 

Wer Interesse an umgebauten Fahrzeugen hat, sollte sich vergewissern, dass alle Umbauten ordnungsgemäß im Fahrzeugbrief eingetragen sind.

Noch ein kleiner Hinweis für ADAC Mitglieder:

Bei der freien Werkstattkette "Auto Teile Unger" kurz "A.T.U." gibt es für ADAC Mitglieder einen kostenlose Bremsen-, Stoßdämpfer- und Auspufftest. Dabei wird das Auto auch auf die Hebebühne genommen, also eine gute Gelegenheit, auch mal drunter zu schauen.
Aber Achtung!!! Auch "A.T.U." möchte Geld verdienen und läßt den Mechaniker schon mal sagen, daß die Stoßdämpfer oder so gewechselt werden müßten. Das muß nicht immer richtig sein (mir selber schon passiert). Ich empfehle das Nachprüfen der gemessenen Werte anhand von Meßprotokollen, welche bei TÜV oder DEKRA im Rahmen einer bestandenen Hauptuntersuchung erstellt worden sind. 

Wer eine DEKRA Niederlassung in seiner Gegend hat, der kann diesen kostenlosen Test für ADAC Mitglieder auch dort durchführen lassen.

Eine Übersicht über mögliche Mängel (aus einem Gebrauchtwagenbericht von 1992):
- undichte Wasserpumpen (bei ca. 120000km, gilt aber wohl für alle Opel)
- Ölverlust
- undichte Auspuffanlagen
- korrodierte Bremsleitungen
- defekte, gerissene Stromleitungen
- Zündverteiler undicht
- gerissene Zahnriemen (auf Wartungsintervalle achten, in der Regel alle 70000km Austausch)

 

Noch ein kleiner Hinweis: 1.6i und 2.0i 8 Ventil Motoren sind so genannte "Freiläufer". Damit werden Motoren bezeichnet, die im Falle eines Zahnriemenrisses nicht kaputt gehen, da Kolben und Ventile konstruktionsbedingt nicht auf einander treffen können. Bei diesen Motoren kann man nach Installation eines neuen Zahnriemens davon ausgehen, dass der Motor wieder läuft.


Fazit: Wer auf den Zahnriemen achtet und alle 15000km mal das Öl wechselt, hat eigentlich ein solides Auto. Wenn eben nur der Rost nicht wäre.
Dennoch gilt: In dem Alter kann eigentlich alles kaputtgehen. Der Ascona ist nun mal das Auto für Bastler

Im Motorraum unbedingt zu kontrollieren:

Die Spritzwand. Dort sammelt sich Wasser, welches hinter der Spritzwandisolierung runter läuft.

Ein erstes Rostnest befindet sich dann an der Schaltgestängedurchführung.

Durch ein „magisches“ Dreieck von 3 aufeinander treffenden Blechen entsteht ein verstecktes Rostnest, von dem dann das Wasser weiter in den Ascona Innenraum vordringt und die Bodenbleche zum Rosten bringt.

 

 

Weiterhin sammelt sich Wasser an der Unterkante der Spritzwand, wo es nicht ablaufen kann. Dadurch Rostet zum Einen die Unterkante weg, zum Anderen rostet die Spritzwand selber auch weg und macht somit den Weg in den Innenraum frei.

Besonders auf der Beifahrerseite hat das Wasser die Möglichkeit, sich ungestört zu entfalten.

Auf dem Bild rechts (oberer Kreis) gut zu sehen: Die Unterkante der Spritzwand ist komplett weggerostet. Dadurch gelang Wasser auf den Längsträger der Vorderachse, der keinen Abfluss hat, und konnte sich in den Innenraum vorarbeiten (unterer Kreis).

Das Ärgerliche in diesem Fall: die Verankerung des Längsträgerhalter in der Karosserie ist angegriffen. Eine Reparatur ist sehr aufwändig.

 

Ein Blick unter den Ascona ist also Pflicht.

Wenn der Unterboden des Ascona C dann schon mit Rostlöchern versehen ist, dann kann man davon ausgehen, dass die Spritzwand auch schon ein umfassende Restaurierung nötig hat.

 

Sehr beliebt beim Rost:

Der Schweller der 2-türigen Modelle. Im hinteren Bereich des Türausschnitts steigt die hintere Seitenwand nach oben. Da hier Blech auf Blech liegt, bietet sich dem Rost ein sehr guter Nährboden.

Wie auf dem linken Bild gut zu sehen ist, meldet sich der Rost zuerst mit einer ausgeprägten Beule, bevor dann der Lochfraß zu sehen ist.

Beim Blick in den Kofferraum sollte auch gleich die Stoßdämpferaufnahme überprüft werden, dort sammelt sich auch gern Feuchtigkeit, die den Halt des Dämpfers gefährlich werden lässt.

Und auch das vordere Federbein kann durch Rosteinwirkung seinen Halt verlieren. Die Stoßdämpferdome verdienen hier besondere Aufmerksamkeit von oben, aber auch von unten.